Willy Dietrich

Willy Dietrich, Freiwilliger im Klassenzimmer<br/>

Willy Dietrich, 82 Jahre, Freiwilliger im Klassenzimmer seit 11 Jahren.

« Für mich ist Freiwilligenarbeit, Solidarität, Freude und Genugtuung.»

Willy Dietrich, 82 – ihm möchte man stundenlang zuhören, wenn er sich an Geschichten aus seiner Vergangenheit erinnert. Sobald er von seinen Einsätzen im Unterricht schwärmt, beginnt sein Gesicht zu strahlen. Jede Woche, in der ersten Stunde, erzählt er den Schüler/-innen der Primarschule Schmitten eine Geschichte aus seiner Jugend. Über 40 davon hat er in einem Buch vereint, das von den Schülern illustriert wurde und heute als Lesestoff dient. Willy ist Freiwilliger für das Projekt «Senior/-innen im Klassenzimmer».

Der ursprünglich aus dem Berner Oberland stammende Schmittner lebt seit 55 Jahren im Kanton Freiburg und arbeitet gerne mit Kindern. Er trainierte Junioren im Fussball und engagierte sich in Skilagern. Besonders schätzt er die Arbeit mit Kindern: «Heute gibt es ganz andere Lehrmittel und
-methoden, und auch die Kinder sind anders als wir es waren – vieles ist jedoch gleich geblieben.» «Es ist eine ganz andere Zeit als in meiner Jugend», erzählt Willy.

«Viele Situationen haben mich beeindruckt. Besonders in Erinnerung bleibt mir eine Skisportwoche im Schwarzsee: Ich betreute eine Anfängergruppe, darunter ein Mädchen, das anfangs grosse Angst hatte und kaum auf den Skiern stehen konnte. Mit Ermutigung machte es jedoch in wenigen Stunden erstaunliche Fortschritte. Am Nachmittag wagte es als Einzige aus der Gruppe die Fahrt mit dem Sessellift und meisterte die Abfahrt erfolgreich. Unten sagte es strahlend: «Jetzt habe ich meine Angst verloren – ich habe sie oben an einer Tanne aufgehängt.» Dieses Erlebnis hat mich besonders geprägt.»

Laut Willy kann man mit dem Alter viel Lebenserfahrung weitergeben, die sich über Jahrzehnte angesammelt hat und den Kindern hilft, die Gegenwart besser zu verstehen. Gleichzeitig hält einen der Kontakt mit der Jugend jung, betont er. «Ich bekomme von der Jugend fast mehr zurück, als ich gebe», stellt er fest.

«Ich engagiere mich freiwillig, weil ich in meinem Leben viel Glück hatte. Ich durfte alle Ausbildungen machen, die ich wollte, auch wenn das mit grossem Einsatz verbunden war. Zudem hatte ich grosses Glück mit meiner Familie. Deshalb möchte ich der Gesellschaft etwas zurückgeben und mich freiwillig für andere einsetzen.»

Für dieses freiwillige Engagement sind vor allem Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Spontanität gefragt. Ebenso wichtig sind die Bereitschaft, sich schnell in neue Inhalte einzuarbeiten, das pädagogisches Geschick im Umgang mit Schülern sowie Offenheit und Mut gegenüber neuen Situationen.

Wenn Sie sich in dieser Beschreibung und diesen Kompetenzen wiedererkennen, würden wir Sie gerne für das Projekt «Senior/-innen im Klassenzimmer» begrüssen und engagieren.

Freibourg, den 4. Mai 2026 - Amélie Baechler

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